(Gastbeitrag) Reisefotografie - so kommst du zu besseren Fotos

12. Dezember 2015

 

Reisefotografie - so kommst du zu besseren Fotos

Wer kennt das nicht? Du bist auf Reisen und vor dir tut sich das wunderbarste Motiv auf, dass du jemals gesehen hast. Der perfekte Sonnenuntergang, eine besonders spannende Szenerie auf der Straße, eine seltene Pflanze.




Also zückst du deine Kamera und drückst auf den Auslöser. Doch der Blick aufs Display bestätigt dir einmal aufs Neue, dass die Wirklichkeit irgendwie viel besser aussieht als das Bild, das du eben geschossen hast.


Die Farben sind blass, der Bildausschnitt will nicht so recht passen, die Perspektive ist eigenartig. Irgendwie wirkt das ganze Bild unrund und du fragst dich warum.


Deshalb gibt es hier für dich nun 5 Tipps um deine Reisefotografie besser in den Griff zu bekommen. 



1. Verzichte auf die Automatik
Du hast eine tolle Kamera? Ja, dann nutze sie um Himmels Willen auch! Finger weg von der Automatik. Setze dich mit der Bedienungsanleitung deiner Kamera auseinander und wisse mindestens wo du die Blende, Verschlusszeit, ISO und den Weißabgleich beeinflussen kannst.


2. Verstehe die technischen Zusammenhänge
Mehr als die halbe Miete hast du schon, wenn du verstehst wie Blende und Verschlusszeit zusammen spielen. Damit kannst du nicht nur die farbliche Ausgeglichenheit deines Bildes steuern, Über- und Unterbelichtungen vermeiden (oder sogar bewusst einsetzen), sondern auch die Tiefenschärfe beeinflussen. Besonders schön sind Bilder, die ein Bokeh haben, wo also der Hintergrund verschwommen ist. Wäre es nicht toll, wenn du das selbst erzeugen könntest?



Kurz gesagt bedeutet dass ...
Lerne, dass eine offene Blende (also eine niedrige Blendenzahl) zu weniger Tiefenschärfe (also einem verschwommenen Hintergrund) führt. Je offener die Blende, desto geringer kann die Verschlusszeit gewählt werden. Eine kurze Verschlusszeit führt zu schärferen Fotos.
Lange Verschlusszeiten lassen sich bewegende Objekte verschwimmen, das sieht besonders schön bei Nachtaufnahmen aus, wenn du eine befahrene Straße fotografierst. Das führt zu den leuchtenden Linien auf der Straße. Das ist nur ein tolles Beispiel, was du damit machen kannst.


3. Wechsle die Perspektive
Nun beherrscht du deine Kamera, aber deine Bilder sind trotzdem noch immer irgendwie langweilig? Dann versuche einmal nicht immer nur im Stehen und von vorne zu fotografieren. Bewege dich mit deiner Kamera. Gehe mal in die Knie, oder leg dich auf den Boden, steig auf einen Stuhl oder gehe ganz nah an dein Motiv heran. Wechsle den Blickwinkel. Begib dich mit deinem Motiv auf Augenhöhe. Du willst die Katze fotografieren, die jeden Tag auf dem Balkon deines Strandbungalows ein Nickerchen macht? Begib dich mit ihr auf Augenhöhe. Du wirst sehen dass dein Foto plötzlich eine ganz andere Wirkung hat.




4. Gestalte dein Bild bewusst
Es gibt Bildgestaltungsregeln, die sich seit vielen Jahrhunderten durchgesetzt haben. Unsere Augen und unser Hirn empfinden Bilder, die sich an diese Regeln halten als besonders harmonisch. Der Klassiker ist der Goldene Schnitt. Dabei denkst du dir dein Bild in 9 gleiche Teile unterteilt, durch jeweils zwei vertikale und zwei horizontale Linien. Wenn du nun dein Hauptmotiv an einem der Schnittpunkte und den Linien positionierst, erreichst du sehr harmonische Kompositionen.
Also weg mit dem Motiv aus der Mitte des Fotos, sondern lieber mal ein bisschen mehr rechts oder links platzieren.




5. Üben, üben, üben
Graue Theorie macht dich nicht zum Fotografen. Du musst dazu schon rausgehen und üben, was das Zeug hält. Lass dich nicht unterkriegen, wenn es nicht gleich klappt. Dreh an den Reglern, vergleiche verschiedene Einstellungen und Perspektiven am selben Motiv und hab keine Angst dich beim Fotografieren auch mal zu verrenken um einen besonders spannenden Blickwinkel zu erhalten.
Das praktische an der Digitalfotografie ist, dass wir Unmengen an schlechten Bildern schießen und diese hinterher auch wieder auf Knopfdruck löschen können.


Das allerwichtigste aber ist, dass du Spaß dabei hast! Und wenn du diese Regeln beherrscht, dann kannst du auch lernen wie du sie richtig brichst. Aber das ist eine andere Geschichte ;)

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Kommentare:

  1. Was für grandiose Tipps. Ich werde mir bestimmt ein paar merken & in die Tat umsetzten. Ich bin dir auch gleich einmal via g+ gefolgt!

    Sophie♥

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  2. Tolle Tipps, allerdings finde ich man kann nicht so hart mit den Leuten die nur mal auf einer Reise fotografieren wollen sein und man kann auch im nicht Manuellen Modus tolle Bilder machen. Im AV, TV und P Modus habe ich die meisten Bilder in meinem Leben gemacht. Man muss nur wissen wann welcher Modus und welche Einstellung sinnvoll ist. Den Rest darf ruhig mal die Kamera erledigen.
    Übrigens muss eine kurze Verschlusszeit nicht zu schärferen Bildern führen. Das kommt genau auf den Moment an, wenn man ein sich nicht bewegendes Objekt - z.B. eine Blume in der Macro Fotografie - mit sehr hoher Tiefenschärfe knipsen will, dann macht eine hohe Verschlusszeit das Bild schärfer, schließlich will man eine hohe Blendenzahl und somit eine hohe Tiefenschärfe erzielen. Mit Stativ und Fernauslöser kein Problem.
    Liebe Grüße, Eva

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  3. Ich habe seid ich meine Spiegelreflex habe ausschließlich im manuellen Modus fotografiert, wollte mir das direkt angewöhnen. Üben üben üben ist aber wirklich sehr wichtig. Auch nach 3 Jahren sieht bei mir die Wirklichkeit noch besser aus und die Bilder sind einfach nicht perfekt für mich. Vielleicht komme ich da irgendwann noch hin :)
    Gerade zur jetztigen Jahreszeit habe ich echt Probleme mit dem Licht und ich bin oftmals zu faul meine Lampen aufzubauen.

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    1. Perfektion ist aber auch ein sehr anspruchsvolles Ziel, das haben die wenigsten Fotografen erreicht. Sei nicht so streng mit Dir, aber lerne trotzdem immer weiter. :-)

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  4. Wunderbare Tipps, vielen Dank dafür!
    Üben, üben, üben ist aus meiner Sicht der wichtigste Tipp. Allerdings muss ich gestehen, dass bei mir viele Fotos auch "zufällig" entstehen - ich plane z.B. die Bildkomposition etc. aber letztlich gefallen mir dann Bilder, in die ich nicht so viel "Technik" hineingesetzt habe.

    Liebe Grüße

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  5. Ich verfolge deinen Blog schon eine Weile und habe dich im Event gefunden und jetzt muss ich, nachdem ich stille Leserin war, auch mal einen Kommentar hinterlassen.
    Ich mag die Art wie du Erklärst und auch wie du mit einfachen Dingen die Technik erklärst und somit uns, den Lesern, ermöglichst, besser zu werden oder mit Tipps und Dingen, die man vorher nicht kannte, das Beste aus seinen eigenen Bildern heraus zu holen.

    Danke.

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  6. Gute Tipps, aber ich verstehe die Überschrift nicht ganz. Die Tipps gelten ja weniger speziell für Reisefotografie sondern für Fotografie allgemein.
    Aber davon abgesehen guter Beitrag gerade für Einsteiger.

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  7. Oh vielen Dank für deine hilfreichen Tips! Die werde ich sicherlich beim nächsten Urlaub beherzigen, denn ich wünschte ich würde bessere Fotos schießen können. Ich habe bisher immer im Automatik-Modus geschossen, ich weiß Schande über mein Haupt, aber ich hatte immer Angst, dass ich sonst zu lange mit der Einstellung und pipapo brauche, und mich meine Mitreisenden dann abhängen. Die sind nämlich immer total ungeduldig und wollen nur schnell ein paar Fotos schießen, worunter dann die Qualität leidet. T_T

    Ich muss mich echt mal mit meiner Kamera auseinander setzen und mich an den Manuellen Modus wagen.

    LG, Jen

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