(Gastbeitrag) Produktfotografie

15. Dezember 2015




Produktfotografie 
Produktfotos sind DAS Aushängeschild eines Onlineshops- aber auch Blogger kommen immer wieder 
mit Produkten in Berührung, die sie in Szene setzten wollen. Schöne, ansprechende Fotos zu machen, 
die das Produkt möglichst realistisch wiedergeben, ist also ungemein wichtig. Für das heutige Tü
rchen darf ich euch einen kleinen Guide präsentieren, der euch helfen soll eure Produktfotos so 
richtig in Szene zu setzen. 
Kenne deine Kamera 
Auch wenn das wie ein Oberlehrerspruch klingt, wirklich gute Fotos macht nur der, der seine Kamera 
in- und auswendig kennt. (Gilt übrigens auch für alle anderen Themen in der Fotografie ;-)). Ihr müsst 
im Mindesten wissen, welcher Modus geeignet ist, wie ihr Blende, Belichtung und Co manuell 
einstellen könnt- nur so könnt ihr später eventuelle Fehler oder Macken effektiv ausgleichen. Also 
schnell nochmal über das Benutzerhandbuch geschaut und los geht’s. 


Was wollt ihr Fotografieren, wofür? 
Je nach Motiv oder Anlass müsst ihr euer Produkt auf eine unterschiedliche Weise fotografieren. 
Wollt ihr ein neues Bild oder Poster präsentieren, dann hängt es auf, denn ein Poster gehört an die 
Wand. Ihr habt eine neue Hülle für euer Handy, dann sieht die ohne Handy eher nichtssagend aus. 
Eure neue Lieblingsteetasse wirkt mit etwas Tee und einem passenden Beiwerk, wie Gebäck schon 
viel Ansprechender als wenn sie leer wäre. Aber Vorsicht, verliert nie den Anlass aus dem Auge: Mö
chtet ihr ein Produkt fotografieren, weil ihr es vorstellen wollt, oder weil ihr es verkaufen wollt. Seid 
ihr vom neuen Schal, den ihr gestern erworben habt einfach hin und weg, dann setzt ihr schick in 
Szene, während ihr ihn tragt, wollt ihr aber euren Schal verkaufen, müsst ihr zusätzlich noch dafür 
sorgen, dass ihr Fotos für eure Kunden zur Verfügung stellt, die Details des Produkts zeigen. 
Zunächst müsst ihr euch also darüber klar werden, wofür ihr die Fotos nutzen wollt- der Unterschied 
ist klein und fein, fällt aber doch ins Gewicht. 





Diese Bild zeigt so ziemlich alles, was man einfach falsch machen kann: 
Das Bild ist unscharf und verwackelt, das Produkt ist zu klein für den gewählten Bildausschnitt, der 
Hintergrund ist vollgemüllt. Die Farbe der Brosche ist durch das Kunstlicht verfälscht und da sie nur 
so hingelegt wurden erkennt man nahezu nichts von den Details. 

1. Hintergründe 
Zunächst einmal muss der Bereich, den ihr als Hintergrund auswählt sauber und leer von allen stö
renden Elementen sein. Alles, was nichts mit dem Produkt zu tun hat darf nicht auf dem Foto 
erscheinen. Ich habe es auf meinem Anschauungsbild weiter oben natürlich etwas übertrieben, aber 
das Prinzip wird klar. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist wichtig. Je nach Größe des Produkts braucht 
ihr mal mehr, mal weniger Platz. 
Ein gut ausgewählter Hintergrund entscheidet, wie ein Produkt wirkt. Im Zweifel tut ihr immer gut 
daran einen neutralen Hintergrund zu wählen- der Hintergrund soll für das Produkt arbeiten und 
nicht dagegen. Ein zu bunter oder auffällig gemusterter Hintergrund lenkt in der Regel vom eigentlichen Produkt ab. Ich persönlich bevorzuge helle Hintergründe, eine Naturstruktur von 
Schiefer oder Holz kann aber auch in Kombination mit Produkten, die einen sehr klaren Look haben 
einen schönen Effekt erzielen. 
Tipp: Fotografiert ein Produkt bei gleichen Rahmenbedingungen einmal auf verschiedenen 
Hintergründen- ihr werdet sehen was passt und was nicht. Probiert euch einfach einmal aus. 
Oftmals wirkt ein Produkt besser vor einem dunklen Hintergrund und manchmal rückt ein 
hellerer das Objekt ins richtige Licht. 





2. Belichtung 
Licht ist ein unglaublich wichtiger Faktor- es verändert Farben und den Schattenwurf und kann für ein 
Produkt entweder Segen oder Fluch sein. Künstliches Licht, besonders wenn es einen Farbstich hat 
oder nicht gleichmäßig aufs Produkt fällt kann alle Mühe kaputt machen. Auch mit dem besten 
Bildbearbeitungsprogramm lassen sich solche Makel nur schwer wieder herausarbeiten. Am besten 
fotografiert ihr bei natürlichem Tageslicht. Achtet darauf, dass ihr nicht in der direkten Mittagssonne 
steht, da sonst Schatten eurer Produkt zu hart erscheinen lassen können- oder die Unterschiede 
zwischen hellen und dunklen Stellen in einem Bild die spätere Bearbeitung nur unnötig 
verkomplizieren. 
Nutzt ihr Tageslichtlampen achtet darauf, dass die Lampen eine gute Qualität haben- nur so 
vermeidet ihr ungewollte Farbstiche. Zudem solltet ihr darauf achten, dass ihr das Produkt gleichmäß
ig beleuchtet. Um auch jeden Winkel richtig auszuleuchten könnt ihr zudem Reflektoren nutzen. 
Wenn ihr ein kleines bisschen geschickt seid, könnt ihr euch auch eine eigene Lightbox bauen- quasi 
ein Minifotostudio-  die eignet sich besonders für kleinere Produkte. Die Anleitungen hierfür findet 
ihr zu Hauf im Internet. Bei Amazon findet ihr auch immer wieder gute Produkte zu günstigen 
Preisen. 
Tipp: Fotografiert ein Produkt bei verschiedenen Lichtbedingungen und an verschiedenen 
Orten in eurer Wohnung. So findet ihr den besten Ort in der Wohnung um eure Fotos ideal zu 
belichten.  

3. Bearbeitung 
So toll die riesige Auswahl an Filtern, Rahmen und allem möglichen ist- und so sehr sie andere Fotos 
aufwerten können im Bereich Produktfotografie gilt: Finger weg von allem, was die Originalfarbe des Produktes verfälschen könnte.  
Eure wichtigsten Tools für die Bildbearbeitung sind Helligkeits- und Kontrastkorrektur, sowie der 
nachträgliche Weißabgleich. Behaltet immer im Hinterkopf, Bildbearbeitung für Produktfotos soll das Produkt möglichst realitätsnah darstellen. Probiert in Ruhe aus, welche Software für euch 
funktioniert. 

Weitere Tipps: 
Nehmt euch Zeit: Überstürzt nichts, wenn ihr fotografiert. Ihr wollt mit euren Fotos einen guten 
Eindruck hinterlassen. Besonders im Zeitalter der digitalen Fotografie könnt ihr haufenweise Fotos machen- und löschen was euch nicht gefällt. Nehmt ein Produkt aus verschiedenen Perspektiven auf. 
Je größer die Auswahl an Fotos, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Aufnahmen dabei 
sind, die für euren Shop oder Blog geeignet sind. 




Nutzt ein Stativ: Verwackelte Fotos sind ein No-Go, besonders wenn ihr Detailaufnahmen von 
Strukturen plant. Ein Stativ kann helfen- nehmt ihr noch einen Fernauslöser, könnt ihr eure Fotos 
Wackelfrei aufnehmen. Zudem kann die verlängerte Belichtungszeit die ihr so gewinnt, schlechtere 
Lichtverhältnisse ausgleichen. 

Über die Autorin:
Hallo mein Name ist Jasmin und ich blogge via Mein gehaekeltes Herz über alles rund ums Thema 
Handarbeit, Food und alles was sonst noch Spaß macht.  

Mein gehäkeltes Herz Blog



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